Portraitskizze

– 2002

                   
                   

 

Portraitskizze Aliona Frankl von Gyula Zeke

Die Künstlerin, die ich Ihnen mit den folgenden Zeilen vorstellen möchte, ist die Künstlerin des Lichtes. Damit habe ich noch nicht viel gesagt, wie sie sicherlich verwundert gedacht haben, denn das kann man über jeden Fotokünstler erzählen. In Ihrem fall bekommt jedoch diese Aussage einen individuellen Sinn, denn die obige Aussage trägt eine Bedeutung, die nur sie betrifft. Ihr künstlerisches Dasein kann man mit niemanden verwechseln, da es mit dem Licht speziell verbunden ist. Für die Kenner ihrer Bilder könnten wir damit bereits mit dieser Aussage aufhören, da sie ihr Werk seit mehr als 20 Jahren beobachten, so daß sie ahnen, worüber ich reden möchte. Ich möchte nicht über ihr Fach, nicht über ihre individualisierten Techniken und über die spezielle Objektbehandlung reden. Vielleicht doch etwas, da man dadurch ihre Spezialitäten kennen kann. Es geht hier nicht darum, daß man ihre Bilder und neuerdings auch ihre Fotogramme – auch ohne ihren Namen – leicht erkennen kann, da man die Spuren ihres Blickes sieht, denn dies könnte man auch über andere Künstler behaupten.

Ihr Weltblick ist unvergleichlich, genauer gesagt: ihre Welt und ihre Weltsicht sind ganz speziell, da sie über das Talent verfügt, das Licht aus den Fängen der Materialität entfliehen zu lassen und zum Spiegel ihrer Seele werden zu lassen. Ihre Bilder sind Seelenbilder, die die Leidenschaft und die Vergänglichkeit mit der Unaufmerksamkeit des Seins und die Kraft der Melancholie mit dem Politikum und der Vernichtung der Gesellschaftlichkeit konfrontieren. Besonders ihre Neigung zu dem melancholischen Ausgleich hatte sie zur beständigen Photographin der Stadt Budapest der achtziger und der neunziger Jahre gemacht, die die Großstadt mit den barbarischen Schlägen der Wandlung der Architektur empfindlich beobachtet hat, während die Stadt sich als wirkliches Paradies des Kräftewandelns gezeigt hat. Sie und die Stadt: sie verdanken viel einander. Neigung und Objekt hätten sich kaum glücklicher treffen können.

Ihre Künstlerportraits sind Eingebungen des Engels, die niemals die Grenzen der Persönlichkeit überschreiten. Sie inspirieren bloß zum Vorbereiten des Inneren.

Ihre glänzende Kunst, seelische Vorgänge darzustellen zeigt sich vor allem in ihren Fotogrammen. Diese Bilder, die meines Wissens unvergleichlich sind, habe ich sonst nirgendwo gesehen. Sie sieht nicht nur, was wir in unserem Körper blind tragen, in diesem erschrockenem und verletzlichem Gefäß. Ja, die Sehnsucht hat eine Form, wie die Einsamkeit ohne Partner und die Einsamkeit mit Partner und die Ängste. Die Anziehung und die Furcht wie die Vorbereitung .... Die Verbindung, die Bindung und der Kampf.... Die Resignation und die Erinnerung.... Die innere und nicht diesseitige Realität wird in ihren Bildern zu Form und Farbe- zur pechschwarzen und zur schneeweißen Form und Farbe, als ob man sie aus der Dunkelkammer des Körpers hervorzaubern würde. Schnitte und Befestigungen, die doch dynamisch sind. Musik ist auch zu hören wie in allen von uns. Was man auch noch sieht ist der Trotz: Es gibt noch Leiden und Freude, die inneren Landschaften haben noch die letzten Grenzen nicht erreicht.

 

Szerző: Gyula Zeke
Fordító: Prof. Dr. Viktoria Eschbach-Szabo
Nyelv: deutsch
Megjelenés helye: Dialog der Religionen / Seminar
Megjelenés dátuma: 2002
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